Kabelkunde

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Kleine Kabelkunde...
Der Beitrag des richtigen Kabelmaterials zum Live-Sound wird häufig unterschätzt. Wer beim Instrumentenkauf klotzt und beim Anschließen knausert, bereut diesen Fehler meist schon nach kurzer Zeit.
Dass nichts ohne hochwertige Kabel läuft wird aber besonders klar, wenn man sich vor Augen führt, was eine gute P.A. leistet: Sie ist Schnittstelle für ein Sammelsurium unterschiedlichster Instrumente und Gerätschaften verschiedenster Hersteller mit ihren je eigenen Buchsen und Ausgangsleistungen, aus dem sie einen möglichst guten Gesamtklang zaubern soll. Um dieses Ziel dann auf der Bühne umsetzen zu können, sollte man sich vorher unbedingt auch ein wenig mit der "Kabelkunde" befassen.
Kabel löten - kein Problem...  
Hochwertige Kabel haben ihren Preis! Du kannst eine Menge Geld sparen, wenn Du Deine Kabel selber lötest. Wertvolle Tipps dazu findest Du in Du in der Lötanleitung aus der Keyboards-Live-Sound-Praxis.
Zum Lesen des pdf-Dokuments brauchst Du den "Acrobat Reader" von Adobe,
den Du hier kostenlos Downloaden kannst.
Symmetrisch - asymmetrisch
Wesentlich für die richtige Verkabelung ist die Unterscheidung zwischen symmetrischer und asymmetrischer Signalführung. Als asymmetrisch bezeichnet man den - nahe liegenderen - Fall, wenn ein Audiosignal über ein abgeschirmtes einadriges Kabel von einer Quelle zum Verbraucher transportiert wird. Im Kabelinneren ist der das Signal transportierende Leiter zwar zur Abschirmung von einem Drahtgeflecht umhüllt. Dennoch bleibt der Leiter empfindlich gegenüber Einstreuungen durch andere elektrische Signale. Hinzu kommt, dass die Abschirmung, die auch die Signalrückführung übernimmt, Kontakt zu den Massen der miteinander verbundenen Geräte herstellt. Technisch gesprochen kommt es zur Doppelerdung - praktisch gesehen führt das zur Einstreuung von Netzbrummen in das Audio-Signal.
Die symmetrische Signalführung nun ist darauf ausgelegt, genau diese bei der Asymmetrie der Führung auftretenden Störanfälligkeiten zu vermeiden. Symmetrisch wird das Signal mit einem abgeschirmten zweiadrigen Kabel geführt. Mittels der beiden Adern wird das Signal mit entgegen gesetzter Phasenlage (180 Grad) übertragen, ohne dass diese Leiter Kontakt mit den Massen haben. Dies hat den Effekt, dass auf dem Kabelweg eingestreute Störsignale durch die Phasenumkehrung ausgelöscht werden und nur das Nutzsignal übertragen wird.
Nachteil der symmetrischen Signalführung sind einzig die höheren Materialkosten für Kabel und Stecker. Dennoch ist sie auf der Bühne der Regelfall, da bei unsymmetrischer Führung Störsignale eigentlich nur durch sehr kurze Kabelwege vermieden werden können - mit den kürzesten Kabeln jedoch kommt man on stage selten weit.
Nun liegen die Signale von Keyboards, Gitarren-Tonabnehmern oder Verstärkern jedoch in den seltensten Fällen symmetrisch vor. Daher übernehmen so genannte D.I.-Boxen auf der Bühne die Symmetrierung der Signale (wobei der Name D.I. = Direct Injection lediglich die direkte Abnahme eines Signals gegenüber der Abnahme per Mikrofon kennzeichnet). Diese Signalwandler gewährleisten die störungsfreieste Übertragung der Signale von den Quellen bis zum Mischpult und sind somit fast unverzichtbar für einen guten Live-Sound.
Instrumenten- und Lautsprecher-Kabel
Für die asymmetrische Signalführung genügen einadrige abgeschirmte Audiokabel. Nach möglichst kurzer Strecke schon sollten diese dann aber in D.I.-Boxen geführt werden, so dass von dieser Stelle an die hochwertigeren Kabel für die nun symmetrische Führung zum Einsatz kommen müssen. Je nach Anschaffungspreis sind solche Kabel mehr oder weniger elastisch - zu starre Kabel neigen zu Kabelbruch oder zur hinderlichen Schlaufenbildung. Trotz einer gewissen Elastizität sind Qualitätskabel aber auch sehr widerstandsfähig und trittfest.
Grundsätzlich gilt: Wer bei Instrumentenkabeln nicht auf Qualität setzt, spart am falschen Ende!
Eine Ausnahme stellen die Lautsprecherkabel dar. Sie besitzen zwar auch zwei Adern, benötigen jedoch keine zusätzliche Abschirmung, weil Speaker-Signale mit nur geringem Widerstand transportiert werden. Zweite Besonderheit: Da sie insbesondere zu Bass-Boxen eine sehr hohe Verstärkerleistung übertragen müssen, besitzen die Adern von Lautsprecherkabeln normalerweise einen größeren Querschnitt als die von Instrumentenkabeln. Bassboxen haben in der Regel eine höhere Leistungsaufnahme, und so sollte man hier auf einen Adern-Querschnitt von 3-4 mm2 achten, während für Mitten- und Hochtonboxen-Kabelmaterial schon ein halb so großer Querschnitt ausreicht. Auch sollten diese Kabelwege von einer Endstufe bis zu den Boxen nicht zu lang sein.
Stecker  
Unter den Instrumentenkabel-Steckern ist immer noch die gute alte Klinke Standard. Während 3,5-mm-Miniklinken auf der Bühne nun wirklich nichts zu suchen haben sollten (wenn es gar nicht anders geht, nach möglichst kurzem Weg per Adapter auf eine andere Steckverbindung wechseln!), ist die 6,3-mm-Klinke allen geläufig.
Im Gegensatz zur Mono-Klinke besitzt das Stereo-Pendant einen zweiten Ringkontakt. Die Stereo-Klinke ist beispielsweise ein Muss bei den mit der Bezeichnung "Balanced" versehenen Line-Ausgängen von Keyboards: Dies sind die symmetrisch ausgelegten Outputs, an denen die Mono-Klinke bezüglich der Symmetrie natürlich nichts nützt.
D.I.-Boxen führen die symmetrischen Signale über die XLR-Steckverbindung weiter. XLR-Stecker und -Buchsen, die meistens auch bei den Boxen eingesetzt werden, besitzen bessere Kontakt- und Verriegelungseigenschaften als Klinken-Stecker, schlagen jedoch auch preislich höher zu Buche. Auch in höherwertigen Mischpulten sind sie anzutreffen.
 
Beim fertigen Kabelmaterial nun kann es leicht zu Verwechslungen kommen: So sehen beispielsweise Boxen- und Mikrofonkabel mit XLR-Steckern fast identisch aus. Sinnvoll ist es deshalb, schon beim Kabelkauf auf eine kontinuierlich durchgehaltene Farbgebung zu achten (z.B. Blau für Mikrokabel, Grün für Boxenkabel usw.).
 
Für den Fall, dass das P.A.-Mischpult weit von der Bühne entfernt ist, sollte ein Multicore-Kabel zum Einsatz kommen: Ein solches Kabel besitzt in der Regel auf der einen Seite eine fest montierte Stage-Box mit XLR-Buchsen. Die Signale aller angeschlossenen Geräte laufen dann nur noch über ein einziges Kabel zum Mischpult, wo auf der zweiten Kabelseite die gleiche Anzahl an XLR-Steckern, wie auf der ersten Buchsen vorhanden sind, für den perfekten Anschluss sorgen.
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