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Das Mischpult

Herzstück einer jeden PA ist das Mischpult. Kurz gesagt werden über diese Schnittstelle alle von der Bühne kommenden Einzelsignale zu einer Stereo-Summe zusammengefügt. Doch was sich hier vereinfacht auf eine kurze Formel bringen lässt, ist in der Realität des live-musikalischen Alltags die Herausforderung schlechthin.
Zum einen sind die durch den Mixer geschleusten Signale schon einmal höchst unterschiedlich. Die interne Klangregelung pro Mischpult-Kanal erfordert des weiteren einiges an Routine.
Schließlich kann auch noch die Einbindung weiterer externer Effektgeräte so manchen bis hier hin angenehmen Sound schnell unerträglich machen. Um die Arbeitsweise eines Mischpults zu verstehen, sollte man sich zunächst vielleicht einmal den Verlauf der einzelnen Signale vor Augen führen. Diese Funktionen sollten als Grundanforderung selbst die preiswertesten Mixer bieten:
 
Power-Mischer  

Für Klein-P.A.s sind heutzutage Power-Mischer, die Endstufe, Mischpult,3 Band EQ und auch schon einige Effekte im selben Gehäuse kombinieren, die deutlich preiswerte Alternative gegenüber dem Kauf teurer Einzelkomponenten. Neben Ausgangsleistungen von mehreren Hundert Watt pro Stereo-Kanal ist häufig sogar eine Fantomspeisung für Kondensatormikrofone integriert.
Insbesondere auf kleineren Bühnen und in Kneipen ist die Power-Mischer-P.A. angesichts des zur Verfügung stehenden Platzes sogar oft die beste Lösung.
 
Eingangsverstärker

Mit Hilfe des
Eingangsverstärker wird das eingehende Signal eines Kanals auf ein optimales Niveau gebracht. Das ist die Voraussetzung für alle weiteren Bearbeitungen. In diesem Eingangsbereich eines jeden Kanals befindet sich eine Schaltung, die das Eingangssignal verstärken oder dämpfen kann. Diese Einstellung erfolgt über das Gain Poti . Manche Mischpulte besitzen noch einen PAD-Schalter, der dazu dient, Signale mit sehr hohem Pegel um einen bestimmten Betrag (meistens -20 dB) zu senken.
 
Eingangssignale aussteuern

Optimal ausgesteuert ist ein Signal, wenn es der Pegel von 0 dB nicht überschritten wird. Manche Mischpulte bieten zum Einmessen der Signale eine PFL-Funktion, die das Signal zur Kontrolle auf die optische Pegelanzeige leitet (diese Anwendung sollte eigentlich von Cassetten- oder MD-Recorder her bekannt sein), andere Mixer wiederum besitzen pro Kanal eine Clip-LED, die Übersteuerungen anzeigen.
 
Liegt eine Untersteuerung des Signals vor, verschlechtert sich dessen Qualität hinsichtlich der weiteren Verarbeitung bzw. der Rauschanteil wird übermäßig stark. Eine Übersteuerung dagegen führt zu Verzerrungen.
Erst nach der richtigen Dosierung per Verstärker liegen alle Signale im Mischpult auf dem geeigneten Arbeitsniveau an, um in den Lautstärkeverhältnissen abgemischt zu werden. Dies geschieht über die Fader der Einzelkanäle. Jetzt erst kommt also der eigentliche Einsatzzweck des Mischpults zum Tragen.
 
Equalizer und Panorama

Zwischen Gain-Reglern und Fadern geschaltet ist ein Equalizer zur Klangregelung. Der sollte mindestens dreibandig ausgelegt sein: Potis für Höhen, Mitten, Bässe.
Die richtige Klangregelung per EQ ist im Live-Sound einer Band eine ganz entscheidende Sache. Würde jedes einzelne Instrument im gesamten möglichen Frequenzbereich vertreten sein - solo gespielt mag das beeindruckend klingen -, erwartete die Zuhörer ein nahezu unerträglicher Soundbrei. So benötigt man etwa im Gesamtmix für Keyboards und Gitarren kaum Bässe, denn dieses Frequenzspektrum wird bereits von Bass-Drum und Bass-Gitarre bestens abgedeckt. Ein kanalübergreifendes Denken ist hier also angesagt.
Professionelle Pulte unterteilen Höhen, Mitten und Bässe in nochmals kleinere Untergruppen. Durch diese Art der Filterung können einzelne Frequenzbereiche gezielt betont bzw. ausgeblendet werden.
Das Panorama-Poti eines Kanals hat zwar direkt nichts mit der eigentlichen Klangregelung zu tun, beeinflusst einen Gesamtmix jedoch stark, weil es die Einzelsignale im Stereobild platziert. Auch hier darf man also nicht zu sehr auf die einzelnen Kanäle schielen: Für sich genommen mag die leichte Rechtspositionierung eines Trompetensignals überflüssig erscheinen, als Teil einer Bläsersektion mit Saxofon in Mittelstellung und Posaune etwas links entsteht sowohl eine Klangverbreiterung, wie auch der Sound des Ensembles transparenter wird.
 
Effektwege

Um externe Effekte in die Signalführung des Pultes einzubinden, besitzt es separate Effektwege, also Aus- (Send) und Eingänge (Return), über die Signale zum Effekt hin und dann mit dem gewünschten Effekt versehen wieder ins Mischpult zurückgeführt werden. Weil es für die Praxis zwei verschiedene wichtige Arten der Signalführung gibt, werden auch zwei Arten von Effektwegen unterschieden:
  • Insert: Über den Insert-Weg verlässt ein Signal das Pult vollständig, durchläuft den Effekt und kehrt über den Return wieder ins Pult zurück. Bevorzugt werden so Dynamik und Klang verändernde Effekte wie Kompressor oder zusätzliche Equalizer in den Mix eingebunden.
  • Aux: Der Aux-Weg dagegen sorgt für eine parallele Signalführung. Ein Teil des Originalsignals wird abgezweigt und durch den Effekt geschleust und wieder zurückgeführt, während der andere Teil im Pult verbleibt. Mehr oder weniger dient dabei der abgezweigte Signalteil nur als Träger für Effekte wie Hall, Delay, Chorus und andere Modulationen. Werden solche Effekte per Aux den Originalsignalen im Mischpult dosiert zugeführt, ergibt sich eine wesentlich bessere Tonqualität, als das über die Insert-Wege möglich wäre
Master-Sektion

Neben den Fadern für die einzelnen Kanäle übernehmen die Master-Fader die Lautstärkeregelung von rechtem und linken Kanal des gesamten Stereo-Signals - der Stereo-Summe, die der Mixer aus sämtlichen Einzelsignalen erzeugt. Auch die Stereo-Summe wird mit Hilfe von LEDs auf den richtigen Pegel gebracht.
 
Professioneller wird es mit zusätzlichen Subgruppen-Fadern...

...diese unterteilen die Einzelsignale nochmals in bestimmte Gruppen mit je eigener Stereo-Summe, noch vor dem Master-Signal. Subgruppen bieten sich an, um einen Separaten Mix für die Einzelklänge eines Schlagzeugs oder mehrerer Keyboards untereinander zu erstellen.
Nun sagt uns auch die für Mischpulte gebräuchliche spezielle Bezeichnungsweise etwas: 16/2/2 beispielsweise steht für 16 Kanäle, 2 Subgruppen und eine Stereo-Summe.
 
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